LaVo bei den Piraten NRW …. Arbeit, Schweiß, Tränen, Frust u. Enttäuschung – aber auch viel Anerkennung, Dankbarkeit und Respekt

Am 30.06.2012 wurde ich zum Landesschatzmeister der Piratenpartei NRW gewählt, ich kann gar nicht sagen wie stolz ich über soviel Vertrauen und Vorschusslorbeeren war. Die Piratenpartei brauchte dringend einen qualifizierten und engagierten Schatzmeister so hatte man mir gesagt und wie ich Euch damals sagte mache ich diesen Job mit meinem ganzen Herzen.

Damals ahnte ich noch nicht, wie sehr diese Wahl mein Leben verändern würde…. Keine Sorge, an dieser Stelle kommt jetzt nichts von Reue oder dergleichen. Es war ein wundervolles und sehr aufregendes Jahr, aber es war auch geprägt durch sehr sehr viel Arbeit, Schweiß, Tränen, Frust u. Enttäuschung. Zum Glück auch sehr viel Anerkennung, Dankbarkeit und Respekt.

Arbeit, war klar.. viel Arbeit war auch klar, aber das ganze Ausmaß des Chaos u. der enormen Verwaltungsstrukturen (wie bekomme ich wo meinen Zugang zur Software und bitte keine Schreibfehler machen, sonst wartet man ne Woche länger) und des Arbeitsaufwandes des Schatzmeisters der Piratenpartei NRW wurde mir erst im Laufe der Zeit bewußt.

So viel hatte ich mir vorgenommen… So viel hatte ich erwartet, von mir, von der Partei aber und vor allem auch von meinen Vorstandskollegen.

Es gibt einen Punkt, der ist mir im Laufe der ersten Wochen meiner Amtszeit erst bewußt geworden, dass ich nicht nur der Schatzmeister bin sondern ich hatte auch 1/9 Stimmanteil des LaVos NRW in dem ständig viele Aufgaben anfielen und wo trotz 9 Vorstandsmitgliedern immer zu wenig Leute da waren.

Ich sehe es als unkritisch, wenn jemand in seinem bezahlten Arbeitsleben mal etwas mehr anpacken muss und daher Kollegen bittet seine Arbeit zu übernehmen. Ich sehe es auch nicht kritisch, wenn jemand krank ist oder wenig Zeit hat und deshalb wenig Aufgaben übernimmt.

Was ich aber so gar nicht leiden kann, ist wenn jemand eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe übernimmt in einem sehr verantwortungsvollem Posten und dann aufgrund privater Probleme oder krankheitsbedingt diese zu erledigenden Aufgaben nicht an seine Kollegen übergibt. Ich halte es für unverantwortlich und fahrlässig niemanden hinzuzuziehen der einem hilft und niemandem zu sagen, dass man derzeit diverse Aufgaben nicht erledigen kann damit sie ein anderer übernehmen kann.

Warum schreibe ich das alles? Ich  muss sagen, diese Zeilen fallen mir nicht leicht. Sie klingen nach Abrechnung, nach bashen gegen Vorstandskollegen, mir ist aber wichtig zu sagen das es eben genau das nicht ist. Für mich ist das ein großes Stück der Transparenz die ich von einem Vorstand fordern würde, ein großes Stück der Transparenz die ich bereits beim letzten Vorstand vermißt habe als man nicht reagiert hat als die Schatzmeisterei ausfiel. Ja, ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es da einen Kreisschatzmeister aus Bochum gibt, der alles Gegeben hat um diese Lücke zu füllen. Dennoch hätte man handeln müssen bzw transparenter mit dieser Situation umgehen müssen. Denn es war ja für den armen Lukas so unmöglich alles aufzuarbeiten, was nicht an ihm lag und außerdem wußten nur wenige Eingeweihte wer da wirklich den Job tat.

Wie sollt Ihr wählen oder Euch für ein Amt bewerben, wenn Ihr weder wißt ob dieses Vorstandsmitglied einen guten Job gemacht hat, noch welche Aufgaben dieses LaVo Mitglied übernommen hat. Während dieser Überlegungen ist mir bewußt geworden, dass ich darüber sprechen muss, ja es quasi als meine Pflicht ansehe. Ich werde nun ein offenes u. ehrliches Zeugnis aus meiner Sicht darüber ablegen was ich von der Arbeit des vergangenen Vorstands halte.

Ich beginne der Reihe nach:

1. Vorsitzender Sven Sladek – derFizz (bis zur Wahl für mich unbekannt)…

…hat wenig Zeit angekündigt bereits zur Wahl, hat immer klar gesagt welche Aufgaben er übernimmt und wann es ihm schlecht ging und er ausfiel und welche Aufgaben dann übernommen werden mußten. Zu meiner Überraschung hat er nicht wirklich gewußt worauf er sich einläßt denke ich und was die Aufgaben eines Vorsitzenden so sind und was sehr sehr wichtig ist. Wie sich dein privates und berufliches Umfeld plötzlich verändert wenn du Teil des Landesvorstandes der Piratenpartei NRW bist. (aber woher sollte man das auch wissen, es hat ja keiner drüber gesprochen). Mein persönliches Voting; es war ein angenehmes Miteinander und er war immer erreichbar für mich und den Rest des Vorstandes, ich habe immer gewußt was ich von ihm erwarten kann und wenn ich Hilfe brauchte und er konnte war er da. Hier die Aufgabenbeschreibung die ich im wiki zu seiner Position fand: http://wiki.piratenpartei.de/Aufgabenverteilung_im_Vorstand#Vorsitzender

2. Stellvertretender Vorsitz Christina Herlitschka – suddengrey (bis zur Wahl für mich unbekannt)…

… hat immer klar kommuniziert was sie macht u. wann sie Zeit hat und wann sie wg Ihres Studiums, d.h. Arbeit an ihrem Diplom etc. weniger Aufgaben übernehmen kann. Sie hat mehr Zeit geopfert, als sie zur Wahl angekündigt hat. Sie hat mehr Dinge erledigt und übernommen, als die für die Ihr sie gewählt habt und sie hat es immer für Euch für die Basis getan mit ganzem Herzen. Ich bedaure Ihre Entscheidung sehr, dass sie
sich nicht erneut zur Wahl stellt, denn sie wäre meiner Meinung nach die beste Besetzung
dafür. Aber ich verstehe u. respektiere Ihre Entscheidung sehr. Ihr merkt schon, bei Chrissie fällt es mir schwer auf der sachlichen Ebene zu bleiben, darum möchte ich Euch auch nicht verschweigen, dass sie mir eine gute Freundin geworden ist. Deren Kontakt ich nicht mehr missen möchte und sie ist die Patentante meiner Tochter. Hier Ihre Aufgabenbeschreibung im wiki: http://wiki.piratenpartei.de/Aufgabenverteilung_im_Vorstand#Stellvertretender_Vorsitzender

3. Stellvertretender Vorsitzender Ralf Glörfeld (bis zur Wahl für mich unbekannt)…

…. hat ebenfalls klar gesagt, dass er sehr wenig Zeit hat und nur sehr begrenzt Aufgaben übernehmen kann. Diese hat er nach meinem Kenntnisstand immer erledigt. Wir hatten nicht viele Berührungspunkte. Ich empfand ihn immer als sehr ehrlich, klar u. fair. Seine Aufgabenbeschreibung ist die gleiche wie bei Chrissie.

4. Generalsekretär Carsten Trojahn (ihn kannte ich bereits telefonisch wg meiner Probleme Mitglied zu werden… kennt ihr oder?)….

….Nach kurzer und für mich auch verständlicher Skepsis bezüglicher meiner Wahl und zu meiner Person (schließlich kannte mich ja keiner), hat er mich in viele wichtige Dinge eingewiesen und mir Dinge erklärt. Er lud mich zum Drachenbootteam ein u. hat mit mir die Formalitäten bei der Sparkasse Mülheim geklärt. Erzählte mir von meinen Vorgängern und vom Finanzteam aus der letzten Amtszeit (sitzt heute im Landtag) etc. Bis zu einem persönlichen und sehr privatem Ereignis hatte ich mit Carsten keine wirklichen Probleme. Doch plötzlich brach er weg, verabschiedete sich bei uns für ungewisse Zeit er hätte private Probleme (uns gegenüber hat er sie offen kommuniziert, das soll aber hier nicht mein Part sein und tut meiner Meinung nach auch überhaupt nichts zur Sache).

Kein Problem dachten wir uns, so in wenigen Wochen 1-2 dachte ich, 2-3 dachten andere wird er wieder ganz der Alte sein. Dachten wir uns, aber da lagen wir leider komplett daneben. Es tut mir leid, dass ich das an dieser Stelle so hart formulieren muss. Aber ab diesem Zeitpunkt ist er seiner Verantwortung wenig bis gar nicht mehr nach gekommen. Er hat es aber nicht so gehalten wie andere Kollegen. Er hat nicht seine Aufgaben verteilt und er hat auch nicht nach Verstärkung gesucht, sondern er hat immer nur gesagt er kümmert sich und hat es sehr spät bis gar nicht geschafft seine Aufgaben zu erledigen. Die Mitgliederverwaltung wird derzeit komplett von Claudia Hagenschulte und Jörg Franke geführt, soweit es ihnen möglich ist. Denn zu einigen Dingen haben sie leider keinen Zugriff.

Auch andere Vorstandskollegen, die Carsten unterstützen und entlasten wollten haben keinen Zugriff erhalten und sind immer wieder vertröstet worden. Ich kümmer mich, ich mach das schon hat er dann gesagt. Genau so klar und hart, wie ich es heute sage, habe ich es ihm damals auch gesagt. Man kann eine derartige Verantwortung nicht einfach aussetzen wg irgendwelcher Probleme. Man muss andere unterstützen lassen und die Verantwortung zumindest in Teilen für eine gewisse Zeit eben abgeben. Ja, ich weiß.. das ist nicht leicht, aber das ist eine Anforderung die ich an ein Vorstandsmitglied stelle. Das ist aber wie gesagt, nur meine persönliche Meinung.

Hier ist seine Aufgabenbeschreibung aus dem wiki: http://wiki.piratenpartei.de/Aufgabenverteilung_im_Vorstand#Generalsekret.C3.A4r und ich finde er hat leider einen ganz entscheidenden Teil nicht erfüllt, dieser wäre.. …Verantwortlich für den Aufbau einer von ihm unabhängigen Organisationsstruktur wie unser Verwaltungsportal zur Verwaltung der Mitglieder.

Ja er hat viel getan in den letzten Jahren, dass habe ich von vielen gehört und die Piratenpartei NRW hat ihm sehr sehr viel zu verdanken, das möchte ich an dieser Stelle auch gesagt haben. Aber es ist wichtig, das die Organisationsstruktur zur Verwaltung der Mitglieder vom Posten des Generalsekretärs unabhängig ist und das sehe ich leider gar nicht.

5. Politischer Geschäftsführer Klaus Hammer (kannte ich ebenfalls vor der Wahl gar nicht)…..

….. er hat einiges begonnen auch manch gute Dinge, leider nicht so Transparent und übersichtlich wie ich mir das vorstellen würde, denn vieles von seiner Arbeit habe ich erst nach seiner Amtsenthebung von anderen Mitgliedern erfahren. Ich persönlich war sehr enttäuscht über seinen Alleingang beim #Hammergate und sein Vorstandsgebashe im Nachhinein. Hier seine Aufgabenbeschreibung im wiki: http://wiki.piratenpartei.de/Aufgabenverteilung_im_Vorstand#Politischer_Gesch.C3.A4ftsf.C3.BChrer

6. Beisitzer Alexander Reintzsch (ihn kannte ich von der KMV in Krefeld, als er bei der KV Gründung)….

… er hat sehr sehr sehr sehr viele Dinge getan und das mit ganzem Herzen und aus tiefster Überzeugung. Er hat alles gegeben. Die meisten davon hat er auch sehr sehr gut erledigt und ich bedaure seine Entscheidung zu tiefst! Leider hat er oft auch zu viel Verantwortung übernommen, was sicherlich auch der Tatsache geschuldet ist, dass es niemanden sonst gab der diese Dinge übernehmen konnte bzw wollte. In der Zeit, als wir die meiste Arbeit hatten (#avpampa) und auch die meisten Fehler gemacht haben, waren wir 4 aktive Vorstandsmitglieder.

7. Beisitzer Daniel Neumann (ihn kannte ich vor der Wahl auch nicht)…..

….habe ihn aber als lieben, aufrichtigen und ruhigen Menschen kennengelernt. Der nichts versprochen hat, was er nicht am Ende auch gehalten hätte. Hat sich insbesondere in den letzten Monaten zu einem Experten in Konfliktfällen entwickelt.

8. Beisitzer Jörg Franke (kannte ich vor der Wahl noch nicht)…

….habe aber im Laufe der Zeit festgestellt, dass er zwar sehr ruhig ist aber wenn er etwas zu sagen hat ist verdammt viel Inhalt drin. Viel Gutes und Pragmatisches, das schätze ich sehr. Er ist immer da, wenn man ihn brauch und weiß genau wie viele Aufgaben er übernehmen kann und ab wann es ihm einfach zu viel wird. Er braucht Ruhe für seine Arbeit in der Verwaltung der Piratenpartei, darum sagt er möchte er nicht mehr LaVo sein, was ich sehr bedaure aber respektiere. Auch ihn möchte ich in meinem Freundeskreis nicht mehr missen, wir haben viele Stunden uns gemeinsam den Arsch aufgerissen und selten habe ich mit Menschen zusammengearbeitet die derart strukturiert sind. Zum Glück möchte er der Partei als Unterstützer der Verwaltung erhalten bleiben, das beruhigt mich sehr!

Abschließend möchte ich sagen, dass es für mich ein sehr interessantes, lehrreiches und aufregendes Jahr war. Das ich nicht missen möchte und JA ich werde mich erneut zur Wahl stellen, denn es gibt nach wie vor viel zu tun und viel zu ändern. Der Vorstand braucht mehr Unterstützung in seiner Arbeit und ich muss euch sagen es ist längst nicht mehr alles im Ehrenamt zu bewältigen.

Hope to see you all @LPT2013.1 in Bottrop

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3 Kommentare

  1. nett, es fehlen noch 2 infos

    1- wenn carsten nicht schatzmeister wird, was passiert dann mit der software des verwaltungsportals? wenn das kein geruecht ist, dann ist das seine software und er müsste die lizenz dann abgeben oder weitergeben

    2-beim letzten vorstand wurde nach wegfall von dine als schatzi ein finanzteam eingesetzt, es wurde reagiert

  2. Das nenne ich mal ein klare Zusammenfassung, die selbst einem Außenstehenden recht guten Einblick gewährt! Toll, der Mut, die Aufgabe weiter übernehmen zu wollen, denn genau das wird wohl gebraucht.! Jemanden NEUEN einzuarbeiten lässt wiederum zu viel Zeit verstreichen, bis Vollständigkeit erreicht werden kann. Von mir +1111111111111111111111111 für Deine Entscheidung *daumenhoch*

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